• Chantal Burggraf

Das Leben einer Kuh

Milchprodukte sind wohl eins der beliebtesten Lebensmittel der Deutschen. Der Pro-Kopf-Konsum liegt bei rund 88 kg im Jahr. “Hiervon macht Konsummilch den größten Anteil aus, gefolgt von Sauermilch-, Kefir-, Joghurt- und Milchmischerzeugnissen, Sahneerzeugnissen und Buttermilcherzeugnissen. Während der Pro-Kopf-Verbrauch von Butter konstant bei rund sechs Kilogramm liegt, ist der Verbrauch von Kondensmilcherzeugnissen im Inland dagegen rückläufig.” (Statista Research Department, 04.10.2019)

Schaut man sich das Leben einer Milchkuh an, ist dies nur als kurz und schmerzvoll zu beschreiben. Vor 60 Jahren lag der jährliche Durchschnitt, der Milchabgabe einer Kuh, bei 2.500 kg. Heute bei unfassbaren 6.000 bis 12.000 kg!!

Dies bedeutet für die Milchkühe, dass sie permanent Milch geben müssen, auch wenn sie gerade schwanger sind. Sie werden ständig wieder befruchtet, damit sie Milch geben können, denn auch, wenn es eigentlich ein selbstverständliches Wissen sein sollte, wissen viele nicht, dass Kühe, so wie jedes Lebewesen, geboren haben müssen, um Milch zu geben. Die Kälbchen werden ihnen allerdings meist direkt nach der Geburt abgenommen und werden so nicht artgerecht ernährt.

Zeit zur Erholung der Tiere? Fehlanzeige. Sie werden an rund 300 Tagen im Jahr gemolken. Und das ihr Leben lang, was 3,5 qualvollen Jahren entspricht. Die ständige Dauerbelastung führt bei den Tieren zu Gebärmutterentzündungen, Fruchtbarkeitsstörungen und Stoffwechselstörungen. Eine Folge ist ebenfalls, dass der Euter viel größer wird, als er eigentlich wäre. Bedeutet, die Größe des Euters, wie wir ihn kennen, ist eine Nebenwirkung der Ausbeutung der Milchkuh, er ist eigentlich kleiner.

“Die Größe und das Gewicht des Euters schränken die Tiere in ihren Bewegungen ein und stellen eine häufige Ursache von Euter- und Klauenerkrankungen dar. So liegt in einem durchschnittlichen Betrieb, laut einem Faktencheck des Fachportals Kuhgesundheit.de, der Anteil der euterkrankten Tiere bei rund 50%. Insbesondere schwere Euterentzündungen (Mastitiden) können bei Milchkühen zu hohem Fieber, schmerzhaften Schwellungen am Euter, Durchfall oder sogar Tod durch Organversagen führen. Die extreme Belastung der Gelenke, die der große, schwere Euter verursacht, führt dazu, dass viele Tiere darüber hinaus Klauenerkrankungen entwickeln und nicht normal laufen können. Die Folge: sie scheuern sich den Euter und die Beine wund und leiden unter schmerzhaften Schwellungen und Wunden.” (https://welttierschutz.org/qualzucht-milchkuh/, 27.07.2020)

Hinzu kommt, dass die Hälfte der Schlachtungen von Milchkühen aufgrund von Krankheiten durchgeführt werden, was in der Abbildung anschaulich dargestellt wird.



Fazit:

Der Milchkonsum unserer Gesellschaft hat einen mehr als langen Rattenschwanz. Wir trinken nicht nur die Milch eines anderen Lebewesens, was es in der Natur übrigens bei keinem Lebewesen gibt. Wir beuten zusätzlich eine Art aus und brechen Lebewesen, die nicht dazu in der Lage sind für sich selbst zu sprechen.

Für uns persönlich ist das unter anderem der Grund, weshalb wir keine Milchprodukte anbieten werden und unseren persönlichen Konsum auf null reduziert haben.

Denn auch hier gilt es wieder den eigenen Konsum zu hinterfragen.




30 Ansichten

Wenn sich eine Tür schließt, öffne sie wieder. Dafür sind Türen da.

Unbekannt

 
 
 

KONTAKT

Pflanzen auf dem Fenster
 

BLEIB AUF DEM LAUFENDEN

©2020 by loseliebe.